Focus: Werkvertrag

Worum es wirklich geht

Werkverträge sind unverzichtbar

Werkverträge sind ein elementarer Bestandteil des Wirtschaftslebens. Seit mehr als hundert Jahren erbringen beispielsweise Handwerker und Dienstleister aus den verschiedensten Branchen in dieser Form ihre Leistung.

Mehr lesen

Fragen und Antworten zum Werkvertrag

Was unterscheidet einen Werkvertrag von einem Arbeitsvertrag? Welche gesetzlichen und tariflichen Regeln gelten? Wie wird Missbrauch geahndet? Hier erhalten Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Thema.

Mehr lesen

Warum die IG Metall die Kampagne macht

Die IG Metall gibt vor, gegen den Missbrauch von Werkverträgen vorzugehen. Nur: Dafür gibt es längst Gesetze mit entsprechenden Strafen. Der Wunschzettel der IG Metall zielt auf etwas anderes: In Wahrheit will die IG Metall unternehmerische Grundentscheidungen treffen dürfen – freilich ohne die entsprechende Verantwortung des Unternehmers tragen zu müssen. Und natürlich neue Mitglieder werben.

„ Stimmts? “

Behauptungen der Gewerkschaft – und was dazu zu sagen ist:

„Die ausufernde Werkvertragspraxis vertieft die Spaltung der Gesellschaft.“

-> Es gibt keine Anzeichen dafür, dass die Zahl der Werkverträge zugenommen hat. Es gibt sehr wohl den Trend zur Arbeitsteilung und Spezialisierung – seit Tausenden von Jahren.

„Werkverträge verstärken den Trend zu immer mehr prekärer Beschäftigung in Deutschland und tragen zur Ausweitung des Niedriglohnsektors bei.“

-> Werkverträge sind eine Rechtsform – nicht mehr und nicht weniger. Es sagt nicht das Geringste über die Arbeitsbedingungen aus. Hunderttausende ausgezeichnet bezahlter M+E-Mitarbeiter arbeiten in Betrieben, die Vorprodukte für industrielle Kunden herstellen – oft im Rahmen von Werkverträgen.

„Auch aus Unternehmenssicht birgt der Trend zur exzessiven Werkvertragsvergabe Risiken: Wichtiges Know-how geht verloren, die Abhängigkeit von Fremdfirmen steigt.“

-> Es gibt keinen Trend zur exzessiven Werkvertragsvergabe. Richtig ist aber: Die Arbeitsteilung und Spezialisierung gehört zum Alltag. Der Bäcker ist ebenso auf seine Müllerei angewiesen wie ein Automobilhersteller auf einen Reifenhersteller und einen Elektronikspezialisten.

„Im Zuständigkeitsbereich der IG Metall arbeiten inzwischen mehr als eine Million Menschen bei Leiharbeits- oder Werkvertragsfirmen.“

-> Abgesehen davon, dass diese Zahl unseriös geschätzt ist: Sie ist vor allem sinnfrei. Denn über einen Werkvertrag arbeiten beispielsweise auch andere (nach M+E-Tarif bezahlte!) Zulieferbetriebe oder nach ver.di-Tarif bezahlte Dienstleistungsunternehmen.

„Werkvertragsbeschäftigte sind Beschäftigte dritter Klasse.“

-> Es gibt keine Klassen. Bei einem Werkvertrag erbringen Arbeitnehmer eines Unternehmens eine Leistung für ein anderes Unternehmen – ob nun die Mitarbeiter eines Reinigungsunternehmens die Büros säubern oder die Monteure eines Aufzugsherstellers einen Aufzug einbauen. Diese Beschäftigten sind ganz normale Angestellte ihres Unternehmens, sie haben dort normale Arbeitsverträge, Betriebsräte und gegebenenfalls Tarifverträge.